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>> Graf v. BlumenthalGraf von Blumenthal
Keinem Menschen dürfte es absonderlich erscheinen, wenn der Namensträger der ehemaligen Bohrgesellschaft und späteren Gewerkschaft |
Im Kriege 1870/71 war Blumenthal wieder Chef des Generalstabes bei der Armee des Kronprinzen. Er rechtfertigte das in ihn gesetzte Vertrauen so glänzend, dass er in wichtigen Fragen auch von der obersten Heeresleitung mit zur Beratung gezogen wurde. Nach dem Frieden wurde Blumenthal zum kommandierenden General des 4. Armeekorps und am 22. März 1873 zum General der Infanterie ernannt. Am 21. September 1883 in den erblichen Grafenstand erhoben, erhielt er am 15 . März 1888 die höchste militärische Würde als General- Feldmarschall. Nicht trat er etwa jetzt in den wohl verdienten Ruhestand, sondern er setzte seine reichen Erfahrungen und Erkenntnisse weiter in die Tat um als Generalinspekteur der 4. und von 1892 - 1898 der 3. Armeeinspektion; er starb am 22. Dezember 1900 auf seinem Gute Quellendorf bei Cöthen im gesegneten Alter von 90 Jahren und 5 Monaten.Erst mit 88 Jahren war dieser mit so genialem Scharfblick ausgestattete Stratege und tapfere Offizier, dieser edelgesinnte und großmütige Mensch in den Ruhestand getreten; aber immer noch Soldat bis auf die Knochen, besuchte er eines Tages im Schlapphut, Kaisermantel und Krückstock seinen Sohn, der Oberst und Regimentskommandeur eines Dragonerregiments im Osten war. Vor dem herrschaftlichen Hause, in dem die Standarte des Regiments aufbewahrt wurde, stand oben auf der Freitreppe ein strammer Dragoner auf Posten. Diesem war befohlen worden, alle etwa vorne eintreffenden Personen zum hinteren Eingang zu verweisen, weil die Frau Oberst erkrankt sei. Feldmarschall Blumenthal will sich nun arglos zur Freitreppe heraufbewegen, als der Dragoner dem „alten Zivilisten„ zuruft: „Pscht! Hinten herum, Olle iss' krank!„ Feldmarschall Blumenthal gehorcht seinem in diesem Falle hohen Vorgesetzten und schellt an der hinteren Tür. Bald erscheint am Fenster des oberen Stockwerks der Sohn Blumenthal. Recht erstaunt seinen Vater zu erkennen, eröffnet ihm dieser: „Ich wollte mal nach dem Rechten sehen, der Posten hat mir gesagt, die Olle sei krank„. Als Vater Blumenthal oben ankommt, fragt dann Sohn Blumenthal vorne zum Fenster heraus: „Wer steht da auf Posten„? Prompte Antwort: „Napieralla, Herr Oberst, von der 4. Eskadron„. Ah, so!„ Am folgenden Tage erhielt der Dragoner Napieralla laut Regimentsbefehl vom General-Feldmarschall einen Taler für korrektes Verhalten auf Posten überreicht. Der längst zu den Großen der deutschen Geschichte heimgegangene alte Haudegen hat uns in verschiedenen, bei besonderen Gelegenheiten abgefassten Schreiben als Namensträger seine Anhänglichkeit an die Zeche General Blumenthal bekundet |

